23. Februar 2018 Keine Kommentare San Esprit

Annette Müller nach dem Healing Camp 2018:

Das Mammutprojekt ist gestemmt – im vergangenen Monat reisten 33 Heilerinnen und Heiler der École San Esprit nach Pondicherry in Südindien um dort im Rahmen eines weltweit einmaligen Heilercamps kostenfreie Heilsitzungen anzubieten. Geplant wurde die Reise von Annette Müller unter dem Dach der Heiler ohne Grenzen – Healers without Borders, der karitativen Initiative von San Esprit. Nach anderthalb Jahren umfangreicher Planung konnte das Großvorhaben realisiert werden und das auf eine Art und Weise, die die Teilnehmer nicht für möglich gehalten hatten. Im Interview schildert die zurecht sichtbar stolze San Esprit Gründerin ihre Eindrücke der atemberaubenden Reise.

Doch von vorn: Um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Reise zu gewährleisten, reist Annette Müller bereits Ende Dezember nach Pondicherry. Dort angekommen erlebt die Powerfrau das chaotische Indien hautnah:  Ankunft in Indien

Nachdem die ersten Widrigkeiten durchgestanden waren und die abschließenden Vorbereitungen getroffen wurden, folgt der Großteil der Heiler ohne Grenzen Delegation am 3. Januar. „Es war so schön die Reise der Heiler mitzuerleben – über unsere WhatsApp-Gruppe war ich immer live dabei: Fotos vom Abflug in München, aus dem Flieger, dem Zwischenstopp in Dubai, der Landung in Chennai und der Busfahrt samt den gesammelten Eindrücken aller Mitreisenden – einfach Klasse. Das hat mir sehr gut gefallen“, erinnert sich Müller schmunzelnd zurück.

 

Dann, am Morgen des 3. Januars, die Ankunft der 33 Heilerinnen und Heiler am Zielort in Pondicherry: „Als die Leute dann alle dort waren, war das ein unglaublich fantastisches Gefühl. Ich dachte mir nur – zwick mich, ist das wirklich wahr?! Das hat mich sehr euphorisiert und ich habe mich ein bisschen gefühlt, wie ein Fußballtrainer vor einem großen Spiel. Es war auch so kraftvoll zu sehen, wie enthusiastisch und voller Vorfreude alle waren.“

 

Doch Müller hatte auch Sorgen, wenige Tage vor dem offiziellen Beginn des Heilercamps am 6. Januar. Was, wenn niemand kommt? Wollen die Leute in Pondicherry das überhaupt, Heilsitzungen von Ausländern? Und wenn keiner kommt, was macht das wohl mit den vielen angereisten Heilern? „Bis zum Morgen des Healing Camps wusste ich nicht ob auch nur eine Person kommen würde – und wir sind 33 Heiler, die darauf warten ihrer Heilarbeit nachzugehen. Zwar meinte Prabhat   Prabhat Poddar bedankt sich bei uns  zu mir, dass sehr viele Leute kommen würden – aber ich wusste weder seine Aussage noch sein verschmitztes Grinsen richtig einzuordnen. Doch am Ende war ich völlig baff.“ Zurecht: Der Ansturm und das Interesse der Menschen in Pondicherry war gigantisch. Bereits vor dem Eintreffen der Initiatorin und damit Stunden vor dem offiziellen Beginn, hatten sich dort einige Dutzend Menschen eingefunden, aus denen innerhalb kürzester Zeit einige hundert wurden. Schon am Mittag des ersten Tages waren alle 300 verfügbaren Termine bei den Heilern vergeben, samt ellenlanger Warteliste und den ersten Absagen, die erteilt werden mussten. „Das lief mehr als nur großartig. Noch besser hätte es nicht laufen können“, attestiert die zufriedene Leiterin des Camps.

 

Nicht zuletzt aufgrund des großen Ansturms auf das Camp kam das Organisationsteam, das für die Zuteilung der Esperenten auf die verschiedenen Heilerteams zuständig war, ordentlich ins Schwitzen. Als wäre die Vielzahl an Menschen nicht schon Herausforderung genug, versagte dann auch noch das Konzept der Zuteilung und die Fähigkeit der Organisationsverantwortlichen zum Krisenmanagement war gefragt. Die behielten dem Druck zum Trotz einen kühlen Kopf und erdachten sich innerhalb kürzester Zeit ein neues und effizienteres System. Und auch vorab hatten die Organisatoren, allen voran San Esprit Gründerin Annette Müller, einiges zu tun: So mussten aus den 33 Schülern und Absolventen der École San Esprit elf dreiköpfige Teams gebildet werden, wobei jedes Team sowohl einen Heiler mit abgeschlossener Ausbildung als auch jemanden mit fließenden Englischkenntnissen benötigte. Als kurz vor Beginn des Camps bekannt wurde, dass Frauen nicht von Männern angefasst werden dürfen, da dies kulturelle Empfindlichkeiten verletzten würde, war einmal mehr schnelles Krisenmanagement gefragt. Im Nachhinein stellte sich dann jedoch heraus, dass es seitens der Inderinnen keine Probleme mit Berührungen seitens der männlichen Heiler gab – ein friedliches und dankbares Miteinander war der prägende Charakter der Heilsitzungen – ohne geschlechter- oder kulturübergreifender Berührungsängste.

Krisenmanagement

 

Enorme Heilerfolge

Nachdem die ersten Klippen souverän umschifft wurden, verlief das Heilercamp dank hervorragender Organisation ohne Zwischenfälle, Störungen oder sonstige Beeinträchtigungen: „Das war wirklich der Hammer, es hat alles geklappt und es gab keine Probleme. Und diese Vielzahl an enormen Heilerfolgen ist einfach Weltklasse“, freut sich Müller zurecht. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei der Vater von Ashram-Theaterleiterin Bina. Die hatte das Camp als Gastgeberin und Ansprechpartnerin seitens des Ashram tatkräftig mit großem Engagement unterstützt und so war es den Heilern eine besondere Ehre sich um ihren kranken Vater zu kümmern: „Er litt an Altersschwäche, hatte überall Schmerzen und eine hängende, fast schon grimmige Miene. Nach der Heilsitzung waren die Lebensgeister in ihm so stark geweckt, dass er strahlend eine spontane Tanzeinlage aufs Parkett legte. Das hat mich wirklich tief berührt. Aber es ist natürlich schwer das Camp auf einzelne Heilerfolge zu reduzieren, solche Erlebnisse stellten sich im Minutentakt ein. Ständig hörte man irgendwo in der Halle Menschen klatschen, Werner Dück wuselte immer mit seiner Kamera umher und filmte den neuesten beeindruckenden Heilerfolg. Das war einfach großartig.“

 

Besonderes Lob seitens der San Esprit Gründerin geht an dieser Stelle an die 33 Heilerinnen und Heiler, die in Pondicherry für die Heiler ohne Grenzen im Einsatz waren: „Ich bin total stolz darauf, wie toll sie das alles gemacht haben – die bahnbrechenden Heilerfolge, die sie erzielen konnten. Das ist sehr gut für das Selbstvertrauen der Heiler. Und auch wie gut sich alle aufeinander eingestellt haben. Es gab trotz der großen Anzahl an Menschen keinen Streit und niemand hat seine eigene Agenda verfolgt. Jeder hatte stets das Gemeinwohl im Blick. Die Stimmung war einmalig, jeder hatte gute Laune und es war ein freundschaftliches Miteinander bei dem der Spaß nicht zu kurz kam. Ich bin auch sehr dankbar für das Verständnis und die Anteilnahme, nachdem meine Mutter zwischendurch für drei Tage ins Krankenhaus musste. Leider waren die sechs Tage meiner Empfindung nach zu wenig, ich wäre gerne noch länger geblieben. Es war einfach viel zu schnell vorbei, als wären wir nur einen Tag dort gewesen. Das Camp war ein voller Erfolg auf ganzer Linie und es war eine sehr schöne Zeit für mich. Jetzt freue ich mich auf das nächste große Ereignis – das Ergebnis der Schmerzstudie.“   wissenschaftliche Wirksamkeits-Studie