13 Jul 2 Kommentare Annette Mueller Anja Gschwendtner, Heiler Ohne Grenzen

Heilerin Anja aus Rosenheim im Interview zum Healing Camp India 2020 Teil 3:

(Dia Vortrag von Anja in München Schwabing am 01. August 2020) 

Heilerin auf Spezialmission

Die Heiler ohne Grenzen haben einmal mehr Großes geleistet. Erneut wurden Hunderte geheilt und Tausende inspiriert. Doch der große Einfluss des Camps liegt nicht nur auf Seiten der Geheilten – auch und besonders für die Heiler ist es ein lebensveränderndes Erlebnis. Bereits 2018 waren sich die Mitgereisten einig: Die Reise hat alles verändert. Eine die das Healing Camp India 2020 live miterlebt hat, ist École San Esprit Absolventin Anja. Im dritten Teil des Interviews spricht die Heilerin über ihre Spezialaufgabe im Rahmen des Camps.

„Ich weiß noch genau wie das war. Nach einem langen Tag im Atithi, der Location des Camps, lag ich bereits in meinem Bett und habe die vergangenen Ereignisse Revue passieren lassen. Dann hörte ich mein Handy. Es war Neti mit einer Textnachricht. Sie hat mich gefragt, ob ich am nächsten Tag Hausbesuche machen möchte. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut und deshalb auch sofort zugesagt. Am darauffolgenden Tag wurde ich deshalb gegen 14 Uhr von Prabhat abgeholt, zusammen mit Netis Tochter Anya und einem Kameramann. Nur wenig später waren wir dann angekommen. Ich war etwas aufgeregt, denn es war das erste Mal, dass ich eines dieser Häuser von innen sehe – einen echten indischen Haushalt.“

Doch das Eis sollte schnell brechen: „Ich traf als erstes eine Dame die komplett in weiß gekleidet war und perfektes Englisch sprach. Sie hat mich sehr freundlich begrüßt und mir die Familienmitglieder vorgestellt. Außerdem hat sie mir sehr genau erklärt, welche genauen gesundheitlichen Beschwerden vorliegen. Wenig später ging es dann auch schon los und ich hatte meine erste Klientin. Die bereits 85-jährige Dame beklagte seit längerem starke Schmerzen in der Hüfte und im rechten Bein. Sie konnte auch kaum vom Stuhl aufstehen und sich nicht einmal richtig auf die Liege legen. Zudem muss sie seit Monaten im 30-Minuten Takt zwischen liegen und sitzen wechseln – alles andere bereitet ihr zu große Schmerzen. In diesen Monaten hat sie auch keine Nacht mehr richtig geschlafen. Nach einer Stunde Heilarbeit ist sie aufgestanden und konnte zur Überraschung aller sogar einige Schritte selbst gehen. Ich war so überwältigt du berührt, dass mir die Tränen gekommen sind. Die übrigen Familienmitglieder haben dann rasch einen Rollator gebracht und dann konnte die 85-jährige Dame endlich raus und war voller Tatendrang – davor konnte sie kaum alleine aufstehen. Das war ein sehr berührendes Erlebnis.“

Dann musste das Kamerateam um Anya Müller weiterziehen. Unsere Heilerin Anja aus Rosenheim blieb – denn noch war die Heilarbeit nicht getan. „Das war dann natürlich erst einmal etwas eigenartig. Alleine bei Fremden, mein Handy ging nicht und ich war irgendwo in Indien. Da kam ich dann schon kurz ins Schwitzen, doch war dann auch wieder sehr schnell in meiner Mitte. Dann kam auch schon die jüngere Schwester herein, die an einer schwerwiegenden Parkinson Krankheit leidet und kaum noch sprechen konnte. Dazu hatte sie das typische Schütteln am gesamten Körper. Es war ein sehr starkes Schütteln bei ihr. Sie hatte sich dann auch direkt auf die Liege gelegt und innerhalb von 20 Minuten hat sich der ganze Körper entspannt. Sie ist dabei so ruhig geworden, dass sie eingeschlafen ist. Nach einer Stunde dann, habe ich sie aufgeweckt und sie hat sich bedankt. Als sie den Raum anschließend verlassen hatte, kam auch schon ein benachbartes Ehepaar, das ebenfalls auf Heilung hoffte. Der Mann hatte einen Unfall mit seinem Roller. Dabei wurde die Schulter nicht gebrochen aber stark geprellt. Er hatte auch starke Schmerzen im linken Schulterblatt. Der Arm wurde deshalb mit einer Schlinge ruhig gestellt, so dass er ihn nicht ausstrecken konnte. Ich habe ihm dann eine Heilsitzung gegeben.“

Und, hat es etwas gebracht? „Direkt nach der Heilsitzung konnte ich das noch nicht genau sagen, aber wir haben uns am nächsten Tag wieder gesehen und er hat mir berichtet, dass seine Schmerzen stark zurückgegangen sind und er den Arm deshalb wieder aus der Schlinge nehmen konnte und er sogar in der Lage war, den Arm wieder richtig auszustrecken. Außerdem ist es mir gelungen, den Beckenschiefstand und die Beinlängendifferenz seiner Frau, die zu starken Hüftschmerzen und weiteren Beschwerden führten, zu beheben und die Schmerzen stark zu reduzieren. Diese sehr persönlichen Erlebnisse vor Ort, in den Häusern der Hilfesuchenden, waren unbeschreiblich. Es war eine ganz eigene, sehr intensive Erfahrung.“