31. Januar 2019 Keine Kommentare San Esprit

Annette Müller zurück in Indien

Ein gutes Jahr ist es her, da schrieben 33 Schüler und Absolventen der École San Esprit mit dem Healing Camp India Heiler-Geschichte, die ein Kinofilm samt Reisetagebuch anschaulich erzählen. So wundert es kaum, dass noch vor der Rückreise Stimmen laut wurden die eine Fortsetzung forderten. Gesagt, getan – 70 Anmeldungen für das Healing Camp 2020 sind bis heute eingegangen und Initiatorin Annette Müller ist unterwegs nach Pondicherry um vor Ort alles vorzubereiten. Auf dem Weg zum Flughafen hat sie Zeit für ein kurzes Interview.

Eigentlich stünde aktuell der lang verdiente Urlaub der San Esprit Gründerin an. Eigentlich. So wollte die bekannte Heilerin zum Ausspannen in die Karibik reisen. Dazu sollte man wissen, dass ausspannen für Annette Müller in diesem Fall heißt in traumhafter Kulisse passende Veranstaltungsorte für den neuen amazinGRACE Kurs auf den Bahamas zu suchen. „Meine Tochter hat letztens gescherzt, dass andere ihren Urlaub als Arbeit deklarieren, um ihn von der Steuer abzusetzen und ich das in dem Kontext irgendwie genau andersherum angehe“, sagt Annette Müller schmunzelnd.

Nun fällt der Kurs auf den Bahamas vorerst wegen bürokratischen Hürden aus, da eine Reiseveranstaltererlaubnis benötigt wird. Doch es wartet bereits die nächste Herausforderung auf die umtriebige Unternehmerin, da sie derweil auf einem anderen Kontinent gebraucht wird: „Wegen der 75-Jahresfeier des Sri Aurobindo Ashrams ist das Auditorium, in dem das Camp im vergangenen Jahr stattgefunden hat voraussichtlich nicht verfügbar. Jetzt muss ich persönlich vor Ort passende Alternativen auskundschaften.“

Trotzdem soll das Healing Camp 2020 wieder in Pondicherry stattfinden: „Der großer Vorteil dort ist die für Indien verhältnismäßig gute Infrastruktur. Außerdem gibt es saubere Hotels und wir können das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduzieren. Normalerweise, wenn man nach Indien reist, geht es nicht darum ob ich krank werde, sondern wann ich krank werde und was mich diesmal erwischt. Mir liegt die Gesundheit aller Mitreisenden sehr am Herzen, deshalb kommt der Vorarbeit eine bedeutende Rolle zu. Vielleicht nicht zuletzt deshalb wurde beim letzten Mal niemand wirklich krank. Außerdem können wir in Pondicherry wieder mit starker Unterstützung vor Ort rechnen und man kennt und erwartet uns dort bereits. Das sind gute Voraussetzungen. Nicht zuletzt ist es in Pondicherry sehr schön, mit dem malerischen Stadtbild samt der eindrucksvollen französischen Villen.“

 

Hoteldach, Veranda oder doch Auroville?

Unterwegs ist die bekannte Heilerin alleine, kann sich in Pondicherry jedoch auf ihren Vertrauten Prof. Dr. Prabhat Poddar verlassen. Der Stararchitekt aus Indien lässt die Deutsche am Flughafen abholen und wird sie bei der Suche unterstützen. „Ich möchte mir die Villa Helena genauer anschauen. Einige der Heiler haben letztes Mal dort geschlafen. Das Hotel verfügt über eine große Dachterrasse und ich werde mal nachfragen, ob wir dort ein Zelt aufschlagen dürfen. Eventuell bietet sich auch die geräumige Veranda an“, plant Annette Müller. Was ihr in die Karten spielt: Der junge Hotelmanager lag bereits auf der Liege der Heiler und erlebte eine wahre Wunderheilung, als seine schweren Schulterprobleme wenige Stunden nach der Heilsitzung verschwunden waren. Seine Unterstützung sollte der Organisatorin daher gewiss sein.

Außerdem geht die San Esprit Gründerin einer Einladung nach Auroville nach, die im Zuge des letzten Camps von Ortsansässigen gemacht wurde. Die weltbekannte „universelle Stadt“ basiert auf der Gesellschaftstheorie von Guru Sri Aurobindo, dem Namensgeber des Ashrams in Pondicherry.

 

Healing Center Pondicherry

Ebenfalls auf dem Programm von Philanthropin Annette Müller steht eine Besichtigung des Strandgrundstückes, auf dem Stararchitekt Dr. Poddar ein Healing Center für San Esprit plant: „Das ist ein sehr schöner Fleck. Wir haben uns im vergangenen Jahr in München getroffen und das Vorhaben besprochen. Prabhat möchte für uns ein weltweit einmaliges Zentrum schaffen, an dem wir künftig Healing Camps machen können. Unsere Heiler haben dann die Möglichkeit ganzjährig dorthin zu reisen und zu heilen. Langfristig sollen dort auch amazinGRACE Ausbildungen stattfinden. Ich werde mir jetzt noch alles genauer anschauen. Prabhat ist als Architekt schon mitten in der Planung. Bei unserem letzten Treffen hat er mich gefragt ob ich eine große Halle möchte oder mehrere kleine Häuschen. Ich meinte dann zu ihm – na am besten beides“, berichtet Annette Müller leicht schmunzelnd, während ihr völlig bewusst ist, dass dieses Konzept weltweit Schule machen kann und eine Revolution des Gesundheitswesens anstoßen könnte.

 

Healing Camp 2020 sicher?

Doch zurück zum Healing Camp 2020. Ist das denn nun sicher? „Nein, noch lange nicht. Bis die Frage der Räumlichkeiten nicht verbindlich geklärt ist, kann ich die Frage nicht guten Gewissens mit ja beantworten. Aber es liegt alles im Bereich des Möglichen. Mal sehen was ich vor Ort alles erreichen kann. Zumindest haben wir eine phänomenale Bereitschaft – knapp 70 Heiler haben zugesagt. Jetzt ist natürlich die Frage, ob wir ein Riesencamp machen, mit 20 bis 30 Liegen gleichzeitig, oder zwei Camps hintereinander. Aber im nächsten Schritt kümmere ich mich erst einmal um die Räumlichkeiten.“

Trotzdem ist die Initiatorin optimistisch: „Bisher war es nahezu ein Wunder, dass nichts passiert ist und alles beim ersten Anlauf gleich so reibungslos geklappt hat. In Indien kann immer etwas passieren – trotzdem hat uns das Land mit Samthandschuhen angefasst und herzlichst begrüßt.“ Das lag wohl nicht zuletzt an der hervorragenden Planung und großen Unterstützung vor Ort. Wie auch im Jahr 2017 reist Annette Müller alleine nach Indien um alles vorzubereiten. Was geht in der Heilerin vor? „Es ist rasant, so unglaublich rasant und es kommt mir vor, als wäre ich eben erst aus Indien zurückgekommen. Die Ereignisse des vergangenen Jahres haben dazu wesentlich beigetragen: Der Healing Camp Kinofilm wurde auf DO UT DES vorgeführt, Max schreibt fleißig an seinem Buch und ich durfte bereits die erste Fassung lesen und 2019 geht es auch gleich munter weiter – die finale Fassung des Buches geht in den Druck und wir bereiten den Kinostart des Films vor. Und dann ist da natürlich auch noch die École, es gibt also einiges zu bewerkstelligen. Aber es ist die Erfüllung von meinem Lebenstraum, wobei ich manchmal das Gefühl habe, es erfüllen sich 10 oder 20 Lebensträume parallel.“

Macht das bei all dem Stress überhaupt noch Spaß? „Dann, wenn es soweit ist, macht es natürlich großen Spaß. Die Arbeit davor ist nur so nervenaufreibend. Ich bin lieber Künstlerin in Aktion – und räume ungern auf.“