25. Januar 2020 Keine Kommentare San Esprit

Healing Camp India 2020: Tag 11 in Pondicherry – Networking auf Indisch und ein Schuss Philosophie

Vor genau zwei Jahren gelang der Initiative „Heiler ohne Grenzen“ der École San Esprit die große Sensation: 33 wagemutige Heiler reisten nach Pondicherry in Südindien und beheilten dort im Rahmen des Healing Camp India 2018 mehr als 200 Leidende. Die Resonanz vor Ort war immens und die Heiler wurden zu gefeierten Helden. Nachdem schon kurz nach Ende des Camps Stimmen laut wurden, die sich für eine Fortsetzung aussprachen, nahm sich San Esprit Gründerin und Initiatorin Annette Müller dem Wunsch an und organisierte in den vergangenen 15 Monaten die Neuauflage des Healing Camps mit 45 Mitwirkenden.

Und das ist ein voller Erfolg: Mehr als 400 Heilsitzungen in nur fünf Tagen. Über 250 Geheilte. Wieder ist es den Heilern Ohne Grenzen gelungen, Hunderten ein besseres Leben zu schenken und Tausende zu inspirieren. Im Gegenzug wurde ihnen viel Liebe und Dankbarkeit zu teil.

Es ist vollbracht. Nach dem legendären Healing Camp 2018 mit 33 Heilerinnen und Heilern, ist Annette Müller erneut das Unfassbare gelungen. Diesmal mit mehr Heilern, mehr Heilsitzungen und einem längeren Aufenthalt. Nach dem diesjährigen Erfolg steht ein längerfristiges Engagement der Heiler in Pondicherry im Raum. Hierzu ist die San Esprit Gründerin mit lokalen Funktionären in Kontakt, um die Infrastruktur der des Camps vor Ort zu stärken.

So auch an diesem Morgen. Bereits um 7 Uhr folgt Annette Müller gemeinsam mit Tochter Anya der Einladung von Shivaprasad, der Networking Veranstaltung einer internationalen Organisation beizuwohnen. „Das war eine unglaublich wichtige Zusammenkunft. Der Versammlungsraum war aufgebaut wie ein Gerichtssaal, nur mit vielen typisch indischen Farben. Die Vorsitzenden der Organisation sind sehr einflussreiche Leute hier und sitzen wie es die Funktion so treffend benennt, ganz vorne, gefolgt von zwei Reihen für Mitglieder und dann noch einmal zwei Reihen für Gäste. Alle waren sehr traditionell gekleidet, denn heute ist ein Feiertag in Indien. Was natürlich sofort auffällt, ist die Geschlechterverteilung. Auf 60 anwesende Männer kamen nur vier Frauen, mich und meine Tochter inkludiert. Aber das ist hier in Indien noch so“, berichtet Annette Müller.

Doch das hat keineswegs Einfluss auf das Entgegentreten gegenüber den beiden Heilerinnen, im Gegenteil. Inzwischen haben es die Heiler zu einer gewissen Lokalprominenz in Pondicherry gebracht: „Als wir den Saal betreten haben, wurden wir gleich ganz herzlich begrüßt. Uns haben viele wiedererkannt, die in den letzten Tagen bei uns waren und eine Heilsitzung erhalten haben. Das hat sich dann auch bei den übrigen Teilnehmern schnell herumgesprochen. Interessant war auch der Ablauf der Veranstaltung. Zunächst werden die Mitglieder geehrt, wenn sie Gäste mitbringen, dann wird verkündet, wer wem welches Geschäft gebracht hat und welcher Umsatz damit erwirtschaftet wurde. Dabei gibt es jede Woche einen Gewinner. Danach sind alle aufgestanden und haben geschworen, dass sie nur ethische Geschäfte machen und den Auftrag zu dem Preis erledigen, der vereinbart wurde. Das alles hat in einem sehr edlen Hotel stattgefunden, mit Marmorböden und allem, was dazu gehört. Meine Tochter, die selbst Schauspielerin ist, meinte zwischendurch, das ist wie in einem Bollywood Film.“

Unglaubliches auf Indiens Straßen. Auf dem Weg zum Networking hat uns dieses Ding unser Auto überholt..

Am Ende hatte dann noch jeder der Teilnehmer eine Minute Redezeit, in der er eine kurze Ansprache halten durfte. Das war gleichzeitig der Höhepunkt für Shivaprasad, Annette und Tochter Anya: „Einer der Anwesenden hat sich dann vor versammelter Runde bei Shivaprasad und uns für die Heilsitzungen bedankt. Sie haben ihm sehr viel gebracht und er fühlt sich jetzt besser. Das war ein wirklich schönes Feedback. Auch für Shivaprasad – er ist danach nochmal zu uns und hat sich seinerseits bedankt, mit den Worten, dass er jetzt berühmt ist und dauernd Anrufe von Leuten bekommt, die noch eine Heilsitzung möchten. Wir sollen so schnell wie möglich wieder zurück kommen.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Während Annette Müller und ihre Tochter mit den Einheimischen netzwerken, startet eine Gruppe Heiler nach Auroville – und erhält dort eine Führung durch das Matrimandir, den Tempel der Mutter. Bereits im Zuge des ersten Camps lernten die Heiler durch ihre Tätigkeit Verantwortliche kennen, die eine Führung organisierten. Ein paar von ihnen hielten den Kontakt bis heute und konnten so erneut das sakrale Zentralgebäude mit der einzigartigen Architektur zum Meditieren und Staunen betreten.

Eine philosophische Zusammenkunft

Am Nachmittag dann lud Philosophin Annette Müller zu einer Gesprächsrunde mit dem Thema „Wer sind wir Menschen wirklich?“ ein. Dabei hatten die Anwesenden die Gelegenheit gemeinsam laut zu denken. Annette Müller beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit den grundsätzlichen Fragen unseres Daseins und betont stets auch die Philosophie hinter ihren Heilmethoden.

Was wir erlebt haben beflügelt

„Im Wesentlichen ging es um die kulturellen Unterschiede, die Wahrhaftigkeit und Schönheit der Begegnungen hier und den fehlenden Sinn im Hamsterrades zuhause. Außerdem haben wir darüber gesprochen, wie erschütternd die Heilerfolge für die Heiler selbst sind. Wir haben den Anlass genutzt um aus dem Erleben auch ein Reflektieren zu machen. Das hat noch einmal eine ganz andere Dimension und erreicht eine viel höhere Ebene, für jeden ganz persönlich. Die Stimmung war zwar auch melancholisch und niedergeschlagen, weil es für die meisten nun zurück in den Alltag geht, doch einige haben auch gesagt, sie möchten unbedingt mit dem Ort hier in Verbindung bleiben. Andere haben beschlossen sich noch mehr mit ihrer Heilarbeit zu engagieren und das auch noch öffentlicher zu tun, um sich für ein neues Bewusstsein in der Welt stark zu machen. Wieder lässt sich zweifelsfrei sagen: So wie wir gekommen sind, so sind wir nicht mehr zu vergleichen.“

 

Nachdenklich, die Wunder machen nachdenklich.