5. September 2018 Keine Kommentare San Esprit

Eine Bewusstseinserweiternde Reise

Ein halbes Jahr ist es nun her, da machten sich unsere Heilerinnen und Heiler der Healers without Borders auf den Weg nach Indien. Begleitet wurden sie von einem Kamerateam und einem Journalisten. Wie jetzt bekannt wurde, plant San Esprit Gründerin und Initiatorin des Camps, Annette Müller, die Produktion eines Kinofilms. Unterstützung erhält das Projekt auch von Hollywood Regisseur Emmanuel Itier. Im zweiten Teil des Interviews berichtet Filmemacher Werner Dück von seinen eigenen bewusstseinserweiternden Erfahrungen während der Dreharbeiten. 

Für Werner Dück war es wie für die meisten der Mitreisenden das erste Mal in Indien. Dabei ging der Profi das Projekt ohne Erwartungen an: „Ich lasse mich überraschen, lasse alles auf mich zukommen und filme. Oft lasse ich mich einfach von meiner Intuition leiten und halte die Kamera drauf, ohne zu wissen wofür. Und später dann im Schnitt stelle ich fest: Ja, genau dafür brauche ich es.“

 

„Ich wusste am Anfang nicht, was ich alles drehen sollte, da ich keinerlei Vorstellung davon hatte, was mich erwarten würde. Auch war weder klar, was das zentrale Thema des Filmes sein sollte, noch wie lange er werden oder wo er gezeigt werden sollte. Es war wirklich ein Filmen ins Blaue, ganz ohne Drehbuch. Vor allem an den ersten Tagen der Vorbereitung war ich oft unschlüssig, ob ich das, was ich da drehte, jemals verwenden würde, wie z.B. die ersten Erkundungen von Pondicherry oder das Sari-Einkaufen im Sari-Shop. Das hatte ja nichts mit dem Heilen zu tun. Nun jetzt, wo ein Kinofilm daraus wird, bin ich heilfroh über all die Aufnahmen und wünschte mir manchmal, ich hätte noch mehr gedreht. Denn sie sind ein wichtiger Teil, um die Veränderung bei den Heilern verstehen zu können. “

Auf die Frage nach seinen Eindrücken zu Indien antwortete W.Dück: „Eine Situation, die mich dann schon ein wenig geschockt hat, war das Verlassen des Flughafens. Alles hat gehupt und es war enorm laut. Das ging den ganzen Tag so bis tief in die Nacht hinein, unglaublich. Dieses ständige Gehupe und Gewusel, auch in Pondicherry, hat mich schon sehr irritiert. Ansonsten fand ich Indien sehr beeindruckend, das typisch indische Bunte überall hat mir sehr gefallen. Wobei Pondicherry sich zum Glück schon sehr zur Millionenstadt Chennai unterschied. Dort haben wir Menschen gesehen, die am Seitenstreifen der Autobahn gelebt und geschlafen haben. Das war krass.“

Das Healing Camp

Einen bleibenden Eindruck bei dem Münchner Filmemacher hat das Healing Camp hinterlassen: „Ja, das war schon sehr beeindruckend anzusehen, wie die Menschen Tag für Tag voller Vorfreude ankamen. Spätestens nach dem ersten Tag hatte sich überall in Pondicherry herumgesprochen, wie wirksam die Heilmethoden sind und dass da mehr dahinter steckt als nur Gerede. Das zeigte sich dann sehr schnell in dem großen Interesse, das den Heilern zuteil wurde. Bemerkenswert fand ich, dass sich die Menschen dort immer sehr schick gemacht haben, wenn sie zu ihren Heilterminen gekommen sind. Ich empfand das als besondere Wertschätzung und Respekt. Überrascht hat mich auch bei all dem Verkehrschaos die große Pünktlichkeit, die ich so nur im Rahmen des Healing Camps erlebt habe.“

 

Mit der Kamera sprintete der Münchner von Heilerfolg zu Heilerfolg, um die teils unfassbaren Ergebnisse dokumentarisch auf Video festzuhalten. Somit hatte W.Dück tiefe Einblicke in die Arbeit der Heiler: „Es war sehr fesselnd, das alles zu beobachten, diese Wunder, die ich selbst gesehen und gefilmt habe. Als die Esperenten ankamen, konnten sie zum Teil nur von zwei Personen gestützt laufen. Mit anzuschauen, wie sie nach der Heilsitzung wieder alleine gehen konnten, war ein sehr erhebendes Erlebnis. Jedes Mal aufs Neue – und das waren einige Male.“

 

Matrimandir, Auroville

Ein sehr persönliches Erlebnis hatte der Münchner während des Ausflugs der Heiler nach Auroville. Da W.Dück im Matrimandir – dem sakralen Zentralgebäude der Projektstadt – nicht filmen durfte, konnte er die Erfahrung ganz privat erleben. Eine bewusstseinserweiternde Erfahrung, die sogar für eine gravierende Änderung im Drehbuch seines eigenen Filmprojektes „Zurück ins Paradies“ sorgte.

„Ich erhielt eine Botschaft zum zentralen Thema meines Filmes, nämlich der Funktion und Bedeutung des sogenannten „Egos“, das meine bisherige Einschätzung davon gänzlich über den Haufen warf. Ich fing nach der Rückkehr nach Deutschland an, das Drehbuch komplett neu zu denken und zu überarbeiten. Ursprünglich hätte der Film bereits längst gedreht und veröffentlicht sein sollen. Nun aber war ich heilfroh, dass sich das Drehbuchschreiben so lange hingezogen hatte. Offensichtlich musste ich erst nach Indien reisen, um die wirklich zentrale Botschaft für meinen Film zu erhalten. “ Dieses Erlebnis war für W.Dück neben den außergewöhnlichen Heilungen eines der nachhaltigsten Eindrücke der Reise.

Und sonst? „Für mich war es eine tolle Erfahrung das Camp zu begleiten. Zu sehen, wie sich die Heiler veränderten, wie sie zu sich fanden. Diesen Wandel von „Ich gebe etwas“, hin zu „Ich bin derjenige, der beschenkt wird“ beobachten zu dürfen, war das besondere Geschenk dieser Reise für mich. Es bewahrheitete mir einmal mehr: Liebe kommt umso mehr zu mir zurück, je mehr ich sie verschenke. Ich erlebte dort wahre Nächstenliebe.“