13 Mai Keine Kommentare Annette Mueller Anja Gschwendtner, Heiler Ohne Grenzen

Heilerin Anja aus Rosenheim im Interview zum Healing Camp India 2020 Teil 2:

(Dia-Vortrag von Anja am 1. August 2020 in München Schwabing)

Eine innere Reise

Die Heiler ohne Grenzen haben einmal mehr Großes geleistet. Erneut wurden Hunderte geheilt und Tausende inspiriert. Doch der große Einfluss des Camps liegt nicht nur auf Seiten der Geheilten – auch und besonders für die Heiler ist es ein lebensveränderndes Erlebnis. Bereits 2018 waren sich die Mitgereisten einig: Die Reise hat alles verändert. Eine die das Healing Camp India 2020 live miterlebt hat, ist École San Esprit Absolventin Anja. Im zweiten Teil des Interviews spricht die Heilerin über den Beginn des Camps und innere Zweifel.

„Pondicherry ist wirklich mit nichts zu vergleichen, dass man aus Europa kennt. Es ist laut, es ist schmutzig und es ist immer belebt – eine Stadt die niemals schläft. Laut Neti ist das sogar noch Indien light. Doch Pondicherry verfügt auch über einen ganz eigenen Charme, den wir von Tag zu Tag immer mehr kennenlernen sollten. Die Häuser sind von außen so etwas von nichts sagend und innen sehr schön, wie ich durch meinen Spezialauftrag noch herausfinden durfte. Unser Hotel, das Gratitude, hat mir ein richtiges Zuhause gegeben. Ich habe mich in den Räumlichkeiten sehr wohl gefühlt. Das war auch sehr wichtig, vor allem wenn man den ganzen Tag Heilsitzungen gibt und am Abend ausspannen muss. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich mich hier so heimisch fühle“, schwärmt Anja.

Nachdem die Heiler in den Tagen vor dem Camp alles aufgebaut und geprobt hatten, folgte dann der große Tag – der Beginn des Healing Camps 2020. Den hat die Heilerin noch bildhaft in Erinnerung: „Ich weiß noch genau wie wir mit dem Bus die Auffahrt hoch ins Atithi Hotel gefahren sind und verwundert waren, niemanden dort anzutreffen. Auch in dem Saal, in dem das Camp veranstaltet werden sollte, war niemand zu sehen. Da waren wir natürlich erst einmal ziemlich enttäuscht. Wir waren ja gekommen um Heilsitzungen zu geben und damit Menschen zu helfen zu mehr Gesundheit zu kommen. Ohne Klienten ist das natürlich schlecht. Doch davon hat sich Neti nicht aufhalten lassen, sie ist einfach zum Hotelmanager gegangen und hat die Sache geregelt. Innerhalb kürzester Zeit standen die ersten 15 Leute aus der Belegschaft in unserem Saal. Die haben wir dann auf die Liegen verteilt und es ging los. Es war so schön, wie sie nach der Heilsitzung strahlend den Saal verlassen haben und ihre Freunde und Familienangehörigen angerufen und ihnen von den Heilungen berichtet haben. Außerdem haben alle Folgetermine vereinbart. Das war die große Veränderung zum vergangenen Camp. Diesmal haben wir versucht jedem Esperenten mehrere Heilsitzungen zu geben, um auch am ATLAS zu arbeiten.“

Natürliches Urvertrauen

Im Zuge des Camps kam der Rosenheimerin eine besondere Rolle zu. Aufgrund ihres natürlichen Organisationstalentes und ihre administrative Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten in einem DAX-Konzern, wurde sie zwei Wochen vor Beginn des Camps von Initiatorin Annette Müller angesprochen, ob die für den Erfolg des Camps essentielle Registratur für sie in Frage kommt. „Ich organisiere beruflich sehr viel, darunter zahlreiche Veranstaltungen sowie alle Termine meines CEOs. Ich habe Neti deshalb zugesagt, denn ich mache das gerne. Außerdem liegt darin auch meine Stärke. Ich behalte einen kühlen Kopf im Chaos. Natürlich wusste ich damals noch nicht, wie notwendig diese Eigenschaft in Indien werden würde“, scherzt die sympathische Frohnatur.

Dabei konnte die Heilerin eine interessante Beobachtung machen: „Dadurch, dass sich alle Esperenten zu erst bei mir anmelden mussten, hatte ich einen sehr guten Vorher-Nachher-Vergleich. Da waren Fälle dabei, die waren einfach unfassbar. Eine Frau beispielsweise kam mit Schmerzen herein und nach einer Stunde kam sie wieder heraus, hat mich angestrahlt, umarmt und sich mit den Worten „thank you, that you are here“- danke, dass ihr da seid, verabschiedet. Das hat mich einfach so berührt, dass es wildfremde Menschen waren, die sich ohne jedwede Vorurteile auf die Liege legen und es ohne Wissen über den Ausgang der Heilsitzung „über sich ergehen lassen“ – dieses beobachtbare Urvertrauen hat mich einfach jeden Tag aufs Neue erstaunt und sehr tief berührt.“

Eine innere Reise

Doch die essentielle Aufgabe im Rahmen des Healing Camps hatte auch ihre negative Seite: „Natürlich ist es so, dass ich mich aus dem tiefsten Herzenswunsch heraus angemeldet habe um zu heilen. Als ich dann an Tag zwei wieder vorne am Empfang saß und die Türe zu ging, fühlte sich das an, als wäre ich ausgeschlossen. Dabei war es mein Herzenswunsch zu heilen. Als dann am zweiten Abend eine Heilerkollegin gefragt hatte, was das mit mir macht, dass ich nicht heilen kann, war ich etwas traurig. Diese Frage hatte etwas in mir ausgelöst. Spätestens dann musste ich mich damit auseinandersetzen. Was macht das mit mir? Warum kommen die Dinge manchmal anders, als man denkt? Bin ich nicht gut genug? Darf ich deshalb nicht heilen? Fragen über Fragen. Ich bin mir sicher, dass es im Leben keine Zufälle gibt. Deshalb bin ich massiv in Selbstzweifel gekommen. Eine andere liebe Heilerkollegin, die auch mit mir im Gratitude gewohnt hat, hatte sich dann angeboten und mit mir eine SKYourself Sitzung gemacht. In mir war Wut, in mir war Trauer und eben besagte Selbstzweifel. Nach der SKYourself Session ging es mir dann wieder deutlich besser. Dennoch habe ich am nächsten Tag Neti gefragt, warum ich denn nicht heilen darf. Dann meinte sie zu mir, sie hat mir versprochen, dass ich heilen werde – als werde ich auch noch heilen. Das war der Abend, an dem ich meine Spezialaufgabe bekommen habe. Diese Spezialaufgabe hat mich nachhaltig verändert.“

Wie es weiter geht erfahren Sie in Teil 3: Bitte Teil 3 verlinken.