22. Oktober 2018 Keine Kommentare San Esprit

Nach den Heilertagen 2018: Interview mit  Gerhard Neugebauer

Abseits von Hollywood Regisseur Emmanuel Itier, Veranstalterin Annette Müller, dem Ayurveda-Mediziner Dr. Jayanath Abeywickrama und Filmemacher Werner Dück war Gerhard Neugebauer der heimliche Star des Heilertage-Wochenendes. Im Interview spricht der Dozent an der École San Esprit über ein gelungenes Festival.

Als Protagonist im Healing Camp Movie sorgte er mit seinen lockeren Sprüchen für viele Lacher. Warum er denn nach Indien reise, fragte ihn Werner Dück im Zuge der Filmaufnahmen: „Weil Indien mich braucht“ – so die trockene Antwort des Rosenheimers. Das Publikum war außer sich vor Lachen. Und auch bei der Lesung von Maximilian Medlitsch war der Bayer Mittelpunkt des Geschehens. Wenn auch etwas unverhofft, um nicht zu sagen unfreiwillig.

Der Journalist, der mit nach Indien gereist war um das Healing Camp dokumentarisch zu begleiten, machte Gerhard Neugebauer kurzerhand zum Hauptprotagonisten der Lesung. Dabei plaudert der Autor aus dem Nähkästchen und gab private Einblicke in den Alltag vor Ort. So auch die Geschichte, als Maximilian Medlitsch die Uhr vorstellte, um dem zwanghaft pünktlichen Gerhard einen Streich zu spielen. Davon erfährt der Rosenheimer erst während der Lesung – das Publikum tobte vor Lachen und Gerhard konnte sich die ein oder andere Träne nicht verkneifen. Vor Lachen, wie er auf Nachfrage versichert. Außerdem war der gelernte Elektrikermeister gefeierter Redner seines jährlichen Vortrages „Zweifel dürfen sein – auch Männer können heilen“ und vielfach Ansprechpartner bei jeglichen Fragen zur Heiler Ausbildung.

Gefeierter Gerhard Neugebauer, oben dritter von links in der Männer Riege – auch Männer können heilen!

Das große Wiedersehen

Doch von vorn: Wie jedes Jahr, findet am Abend vor den Heilertagen das beliebte Schüler- und Absolvententreffen der École San Esprit statt. „Das war einfach großartig. Es hat mir sehr gut gefallen. Der Höhepunkt an diesem Abend war definitiv Thomas Kracks Salsa Line Dance. Zugegen: Ich bin kein allzu leidenschaftlicher Tänzer. Eigentlich bin ich überhaupt kein Tänzer und musste überredet werden. Aber nach der Einweisung hat es sehr viel Spaß gemacht. Die Leute waren richtig gut drauf, das war sehr auffallend – überall lachende Gesichter und viele tolle Gespräche.“

Das Besondere in diesem Jahr: Nach gut acht Monaten ist an diesem Wochenende auch das Wiedersehen der Heiler ohne Grenzen, die in Indien im Zuge des Healing Camps im Einsatz waren. „Es war wirklich sehr schön die anderen Heiler wiederzutreffen. Dieses emotionale Wiedersehen hatte den Höhepunkt während der Filmpremiere am Samstag, kurz nach der Eröffnung von DO UT DES. Ich habe mich wieder nach Indien zurückversetzt gefühlt. Einfach toll. Zudem hat mich der Film positiv überrascht. Nicht unnötig pathetisch oder esoterisch abgehoben, sondern einfach das was passiert ist – und das reicht. Die Aufnahmen stellen das Camp genau so dar wie es war. Der Film ist sehr authentisch, das trifft es für mich am besten. Die Reise war bewegend, sie war lehrreich, lustig und auch anstrengend. All das bringt Werner Dück gut rüber.“

Und wie war es den Film nach all den Monaten zu sehen? „Ein Wechselbad der Gefühle. Ich kann das nur schwer in Worte fassen, aber den Film nach den vergangenen Monaten zu sehen hat mich wirklich sehr berührt.“

Das weitere Festival

Die Heilertage bedienen ein breites Spektrum an Emotionen. Lustig wird es bei Maximilian Medlitschs Lesung: „Da habe ich wirklich sehr viel gelacht und so wie mir erging es allen Anwesenden. Jeder im Raum hat genau zugehört, was es zu berichten gab und ich glaube die Menschen haben einiges mitgenommen. Die Lesung war wirklich sehr stimmig. Wie bei Werners Film habe ich die Dinge noch einmal durchlebt – das tägliche Frühstück, die gemeinsame Zeit mit den anderen Heilern – das war dann alles wieder sehr präsent. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch auch bei Menschen außerhalb der Szene auf großes Interesse stößt. Ich für meinen Teil mag die humorvolle Art von Max total gerne und freue mich auch schon sehr auf die Veröffentlichung des Buches. Aber: Ich fahre nie wieder mit Max irgendwohin. So viel ist sicher“, so der Rosenheimer scherzhaft.

Wie ging es danach weiter? „Ich habe meinen Vortrag gehalten. Der war ziemlich gut besucht, das hat mich natürlich gefreut. Ansonsten war es eine sehr entspannte Atmosphäre, sehr locker und ich hatte viele Gespräche mit Besuchern und konnte im Zuge dessen einige Fragen rund um die Ausbildung bei uns beantworten. Doch bei all der guten Stimmung und dem tollen Ambiente vergisst man schnell, wie viel Arbeit die Heilertage verursachen. Sowohl in der Vorbereitung als auch bei der Nachbereitung. Das ist ein Knochenjob.“ Hat es sich gelohnt? „Das lasse ich die Besucher entscheiden. Für mich war es ein sehr schönes Wochenende und die vielen Begegnungen waren wieder einmalig. Das gibt es nirgendwo sonst.“

Thomas Krack unterrichtet Line-Dance während des jährlichen Schüler und Absolvententreffens der ÉCOLE SAN ESPRIT