16. Juni 2018 1 Kommentar San Esprit

Ursula Starke über das Healing Camp in Indien:

Im Januar 2918 machten sich die San Esprit Heiler der Healers without Borders zum Healing Camp India auf. Das enorme Ausmaß der Aktion und die sensationellen Heilerfolge sorgten für großes Aufsehen. So wurde hunderten von Menschen ein neues, schmerzfreies Leben ermöglich und auch die Heilerinnen und Heiler erlebten zum Teil einen Wendepunkt in ihrem Leben.

„Lebensverändernd“ war dabei die am häufigsten verwendete Beschreibung der humanitären Reise der Heiler. Doch wie sieht es jetzt, noch Monate danach aus? Ist die Auswirkung des Camps im Alltag untergegangen oder hat die Aktion eine nachhaltige Veränderung herbeigeführt? Das fragen wir Heilerin Ursula Starke aus Norddeutschland. Mit ihren 67 Jahren hat die quirlige Wahl-Oldenburgerin bereits einiges erlebt. Schon früh in ihrem Leben waren die Themen Sport und Gesundheit von zentraler Bedeutung. Das spiegelt sich auch in ihrer Vita wieder: Die leidenschaftliche Sportlerin kann auf mehrere berufliche Stationen im Medizinbereich und im Gesundheitswesen zurückblicken, unter anderem als Rückentrainerin bei einer Krankenkasse. Ihr Lebensweg führte sie auch nach München, wo sie auf der Suche nach Heilung auf die stationäre Klinik für Geistiges Heilen in Frabertsham stieß und so das erste Mal mit San Esprit und amazinGRACE in Kontakt kam. Zunächst noch Esperentin, beschließt Starke kurze Zeit später selbst Heilerin werden zu wollen und beginnt die Ausbildung. Die schließt sie 2012 ab und praktiziert seitdem als Heilerin in einer eigenen Praxis.

Healing Camp

Doch zurück zum Thema – Indien. Was bewegt einen Menschen dazu, auf eigene Kosten an das andere Ende der Welt zu reisen um Heilsitzungen zu geben? „Zunächst möchte ich Neti, Angie und dem Organisationsteam ganz herzlich danken. Für diese tolle Idee, das unermüdliche Engagement und die hervorragende Organisation. Egal ob Flüge, Unterkunft oder die köstliche Versorgung vor Ort – es hat einfach alles sehr gut funktioniert und lief völlig reibungslos ab. Und das trotz der großen Distanz und der Sprachbarriere. Das verdient definitiv meinen Dank und meine Anerkennung. Die haben das toll gemacht! Für Indien entschieden habe ich mich aus Neugier. Indien ist das Land der spirituellen Denkweise und das finde ich sehr spannend. Und auch das Konzept des Camps finde ich Klasse, zu helfen und die Kraft und Energie weiterzugeben. Aus Eigeninitiative wäre ich nie dorthin, mein Mann würde nie nach Indien mitkommen und alleine hätte ich zu viele Bedenken. Aber in einer großen und so tollen Gruppe ist das natürlich perfekt.“

Dabei wusste Starke nach der Ankunft in Chennai zunächst nicht ob sie die 14 Tage durchhält: „Der Dunst, die Hitze und der Gestank waren schon eine grenzwertige Erfahrung. Aber es hatte auch etwas von einem Abenteuer und schon nach kurzer Zeit war die anfängliche Skepsis verschwunden. Wir hatten so große Heilerfolge, das werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen. Ich hatte eine 82-jährige Sportlerin auf der Liege, die früher Halbmarathon gelaufen ist und inzwischen ihrer Leidenschaft nicht mehr nachgehen konnte, weil sie so starke Schmerzen hatte. Nach der Heilsitzung hat sie sich wie neugeboren gefühlt. Als ich am letzten Tag dann in der Stadt war, haben wir uns zufällig in einem Restaurant getroffen und sie kam gleich auf mich zu. Diese Dankbarkeit die wir dort erleben durften war herzergreifend. Ich bin mit der Dame bis heute per E-Mail in Kontakt.“

Die Nachwirkungen

Und jetzt, so viel später – gibt es (immer noch) einen spürbaren Einfluss der Erlebnisse in Indien auf den Alltag? „Meine Art zu denken hat sich grundlegend geändert. Ich bin mir selbst viel nähergekommen. Ich habe andere Denkmuster, klarere Gedanken und gehe inzwischen viel leichtfüßiger durchs Leben. Es war einfach so inspirierend für mich, wie die Menschen in Indien das Leben angehen. Trotz Armut und schlechter Infrastruktur sind dort alle so dankbar, glücklich und zufrieden. Diese Lebensfreude hat mich dort auch einmal zum weinen gebracht. Vor allem aber die Gelassenheit der Inder, jedweden Widrigkeiten des Lebens zum Trotz, hatte eine große Wirkung auf mich. Gerade der Vergleich zu unserer westlichen Gesellschaft ist erkenntnisreich. Uns geht es so gut, wir leben im Überfluss und trotzdem geht es uns nicht gut, wir werden depressiv und wissen das alles nicht zu schätzen. Das hat mir tiefe Dankbarkeit gelehrt. Inzwischen kann ich mich über Dinge freuen, die mir früher nicht einmal aufgefallen sind. Ich habe eine völlig neue Wahrnehmung bekommen. Selbstverständlich ist für mich inzwischen nichts mehr, stattdessen bin ich einfach jeden Tag aufs Neue dankbar für alles. Das ist für mich wahre Glückseligkeit.“