5. Februar 2020 Keine Kommentare San Esprit

Healing Camp India 2020: Tag 14 in Pondicherry

Vor genau zwei Jahren gelang der Initiative „Heiler ohne Grenzen“ der École San Esprit die große Sensation: 33 wagemutige Heiler reisten nach Pondicherry in Südindien und heilten dort im Rahmen des Healing Camp India 2018 mehr als 200 Leidende. Die Resonanz vor Ort war immens und die Heiler wurden zu gefeierten Helden. Nachdem schon kurz nach Ende des Camps Stimmen laut wurden, die sich für eine Fortsetzung aussprachen, nahm sich San Esprit Gründerin und Initiatorin Annette Müller dem Wunsch an und organisierte in den vergangenen 15 Monaten die Neuauflage des Healing Camps mit 45 Mitwirkenden.

Und das ist ein voller Erfolg: Mehr als 400 Heilsitzungen in nur fünf Tagen. Über 250 Geheilte. Wieder ist es den Heilern Ohne Grenzen gelungen, Hunderten ein besseres Leben zu schenken und Tausende zu inspirieren. Im Gegenzug wurde ihnen viel Liebe und Dankbarkeit zu teil.

Glück und Traurigkeit auf einmal. Leider geht es heute zurück, aber das Herz übervoll mit Glück.

Es ist also wirklich vollbracht: Das Healing Camp India 2020 ist abgeschlossen und mit der heutigen Abreise nimmt die Aktion als ganze ihr Ende. Die strahlende Sonnenschein und die Mittagshitze in Pondicherry trügen nicht über die Melancholie hinweg und so ist es eine emotionale Mischung aus Stolz, Dankbarkeit, Bewusstseinserweiterung aber auch Traurigkeit, die den Heilern an diesem Morgen anzusehen ist.

Die geplante Rückreise soll voraussichtlich um 13 Uhr beginnen, ausgehend von der Strandpromenade. Dort sollen zunächst die Heiler einsteigen, die im Gästehaus des Ashrams untergebracht waren. Anschließend soll der Bus die übrigen Hotels anfahren und die Heiler dort abholen. Voraussichtlich.

Dabei reisen nicht alle nach Hause: Annette Müller und ihre Tochter Anya bleiben noch weiterhin in Pondicherry um das Healing Camp 2021 vorzubereiten. Anschließend reist die San Esprit Gründerin weiter nach Sri Lanka um dort passende Locations für das erste Healing Camp Sri Lanka zu finden, das im Vorfeld des indischen Pendants stattfinden soll.

Um die Heiler persönlich zu verabschieden, macht sich Initiatorin Annette Müller auf den Weg zum Ashram. Die Unterkünfte dort sind etwas ganz besonderes, weiß die San Esprit Gründerin, die selbst drei Jahre lang in einem Ashram gelebt hat: „Da alle Hotels voll waren, mussten einige auf den Ashram zurückgreifen. Natürlich sind die Unterkünfte dort sehr einfach. Aber auch unglaublich schön und sie liegen direkt am Strand mit Balkonen hin zum Meer. Außerdem gibt es einen traumhaften Garten dort, in dessen Pflege viel Zeit investiert wird. Nicht zu vergessen ist der Sonderstatus, den die Heiler dort hatten. Die Leute, die das Gästehaus des Ashrams leiten, haben selbst Heilsitzungen bekommen und hatten sehr tolle Erfahrungen mit unseren Heilern. Das war dem Aufenthalt dort natürlich nicht gerade abträglich.“

Reisebus verschwunden

Da kommt der Bus

Gegen 13 Uhr dann sind die Heiler bereit für die Abreise und warten auf den Bus. Doch der kommt nicht. Als die Heiler eine halbe Stunde später immer noch auf ihre Abholung warten, ergreift Annette Müller die Initiative und bringt in Erfahrung, dass Indien wieder einmal zugeschlagen hat. Kurzerhand wurde die Reiseroute geändert. Der Ashram ist nun der letzte Halt, bevor es zum Flughafen Chennai geht. Noch einmal Glück gehabt. Während die Heiler warten, berichtet Fotograf Lars Gläser noch von seinem morgendlichen Abenteuer. Als er auf der Suche nach einer tollen Fotokulisse das versteckte Fischerdorf hinter dem Ashram erkundet, näherten sich ihm bedrohlich von vorne und von hinten vier Männer. „Er dachte schon, jetzt ist seine Kamera weg“, berichtet Annette Müller. Plötzlich hörte er jemanden rufen: „Vonlunteer Healers“ und die Gefahr war gebannt. Anstatt beraubt wurde er  begrüßt. Die Aktion der Heiler Ohne Grenzen hat sich auch in diesem Jahr wieder in ganz Pondicherry herumgesprochen.

Wir machen Abschiedsfotos. Hier mit Annette Müller, Anja Gschwendtner und Shivaprasad

Bevor die Heiler dann final in den Bus steigen, gibt es noch einen hochemotionalen und auch tränenreichen Abschied. Auch von Shivaprasad, der die Heiler tief in sein Herz geschlossen hat: „We love you!! Please come back as soon as possible.“

Good bye India – im Januar 2021 kommen wir wieder – Manuela Herbert winkt allen ein letztes Mal zu

Wo ist Jean-Marie?

Während Annette Müller ihren tapferen Heilern ohne Grenzen noch aus der Ferne hinterher winkt, fällt ihr auf, dass Jean-Marie erneut fehlt. „Er war definitiv nicht im Bus und war ja bereits während der Tempeltour vor wenigen Tagen verschwunden. Da ging bei mir natürlich sofort der Krisenmodus an und ich habe mir den Kopf zerbrochen, wo er sein könnte. Ich weiß noch, dass er am Morgen eine Verabredung mit einem Galleriebesitzer namens Lalit Verna hatte. Da Jean-Marie ein bekannter Künstler ist, wollten die beiden ihren Kontakt vertiefen. Das hatten sie vor ein paar Tagen so besprochen, nachdem einige Heiler für ein Soundhealing in die Gallerie eingeladen waren. Meine erste Vermutung war deshalb, dass er wegen dem Termin mit Lalit den Bus verpasst hat. Um ihn zu suchen, bin ich dann direkt in sein Hotel gestartet. Dort habe ich erfahren, dass er sich bereits ein Taxi zum Flughafen genommen hatte. Eigentlich wollte man mich davon in Kenntnis setzen, aber das hat offensichtlich nicht funktioniert. Aber wenigstens konnte ich dann aufatmen und den Problemlösungsmodus ausschalten.“

Noch am Vormittag vor der Abreise hat Jean-Marie einen Auftritt in der Aurodhan Art-Galerie von Lalit Verna

Doch Zeit zu entspannen hat Deutschlands erfolgreichste Botschafterin für das energetische Heilen keineswegs. Kaum ist der Verbleib von Jean-Marie geklärt, setzt sie sich mit Shivaprasad zusammen und fährt mit den Planungen für das nächste Camp fort. Im Besonderen ging es dabei auch um das Angebot des Großindustriellen, den die Heiler im Zuge des diesjährigen Camps kennengelernt hatten. Genau den treffen die beiden gegen 16.30 Uhr, während der Rest der Heiler gerade am Flughafen in Chennai ankommt.

„Diesmal haben wir das Anwesen durch ein anderes Tor betreten. Das ist alles so unglaublich riesig. Es ist wie im Kino, als würden wir im neuen James Bond mitspielen. Doch von einem James Bond Bösewicht keine Spur – wir wurden wieder herzlichst begrüßt und ich habe mich ausführlich mit Vater und Sohn unterhalten. Die beiden haben uns final angeboten, das Gelände für ein Healing Camp zur Verfügung zu stellen. Außerdem würden sie für Logistik und Verpflegung aufkommen. Diese Unterstützung von den Menschen vor Ort ist eine große Ehre und für mich persönlich ein tolles Feedback für die Initiative Heiler Ohne Grenzen und das Leuchtturmprojekt Healing Camp India.“

Update: Schweren Herzens haben wir nach langem hin und her von diesen Räumlichkeiten aus Rücksicht auf das Wohlbefinden der Heiler Abstand genommen. Es scheitert an der Entfernung von den Unterkünften. Die Anfahrt braucht zu lange. Alle Unterkünfte die ich mir in der Nähe angesehen habe entsprechen leider nicht dem Anspruch an Sicherheit, Sauberkeit und bieten keine Regenerationsmöglichkeit. 

 

Das Gelände und die Hallen haben riesige Ausmaße – wir könnten 100 Liegen aufstellen und tausende heilen!