Manchmal sind es nicht fehlendes Wissen oder mangelnde Vorbereitung, die Kinder daran hindern, ihr Potenzial zu zeigen. Manchmal ist es die Angst.
Gestern kam eine Mutter mit ihrer Tochter – einer Teenagerin – zu mir. Die Mutter war sehr besorgt. Seit dem Wechsel auf die neue Schule waren mehrere Klassenarbeiten nicht so ausgefallen, wie sie es sich gewünscht hätte. Das Erstaunliche daran: Zuhause konnte ihre Tochter die Aufgaben problemlos lösen. Sie verstand den Stoff, lernte fleißig und wusste die Antworten.
Doch sobald sie in der Schule vor einer Klassenarbeit saß, passierte immer wieder dasselbe: Ein kompletter Blackout. Die Gedanken waren wie ausgelöscht, die Panik übernahm und das Gelernte schien plötzlich nicht mehr erreichbar zu sein.
Gemeinsam machten wir einen intensiven Prozess mit der Skyourself Methode.
Dabei betrachteten wir nicht nur die Prüfungsangst selbst, sondern auch weitere Themen, die mit der Situation verbunden waren. Unter anderem bezogen wir die belastende Beziehung zu einer Lehrerin sowie die Unsicherheit rund um einen möglicherweise bevorstehenden Schulwechsel mit ein. Während des gesamten Prozesses zeigten sich immer wieder Emotionen und innere Belastungen, die wir Schritt für Schritt bearbeiten und auflösen konnten.
Schon während der Sitzung war spürbar, wie sich Anspannung löste und mehr innere Ruhe entstand.
Heute – nur einen Tag später – erhielt ich eine Nachricht, die mich sehr berührt hat.
Die Mutter berichtete mir gemeinsam mit ihrer Tochter, dass heute eine Deutscharbeit geschrieben wurde. Zum ersten Mal seit Langem konnte die Jugendliche die Klassenarbeit ruhig, konzentriert und ohne jeglichen Blackout schreiben. Sie hatte jederzeit Zugriff auf ihr Wissen und konnte die Aufgaben mit einer Leichtigkeit bearbeiten, die sie so lange vermisst hatte.
Doch damit nicht genug.
Auch die Begegnung mit der Lehrerin, die bisher viel Stress und Unsicherheit ausgelöst hatte, verlief völlig anders. Statt Angst oder Anspannung konnte die Schülerin ihr freundlich, ruhig und sachlich begegnen. Allein diese Veränderung macht den Schulalltag für sie deutlich entspannter.
Solche Rückmeldungen berühren mich immer wieder zutiefst. Sie zeigen, wie eng unsere Emotionen mit unserem Erleben verbunden sind und welchen Unterschied es machen kann, wenn innere Blockaden erkannt und bearbeitet werden.
Jeder Mensch reagiert anders, und jede Geschichte ist einzigartig. Diese Erfahrung ist deshalb kein Versprechen dafür, dass ähnliche Veränderungen bei jedem Menschen in gleicher Weise eintreten. Sie zeigt jedoch eindrucksvoll, welches Potenzial entstehen kann, wenn emotionale Belastungen Raum bekommen und Schritt für Schritt gelöst werden.
Für mich ist genau das die Stärke der Skyourself Technik: Nicht nur an den sichtbaren Symptomen zu arbeiten, sondern die dahinterliegenden emotionalen Themen in den Blick zu nehmen. Denn wenn sich im Inneren etwas verändert, darf sich oft auch im Außen vieles neu entwickeln.
Ich freue mich sehr über diesen wunderbaren ersten Erfolg und wünsche der jungen Schülerin von Herzen, dass sie ihren weiteren Schulweg mit wachsendem Selbstvertrauen, Gelassenheit und Freude gehen kann.
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