Dieser Blogbeitrag ist ein persönlicher Bericht über Begegnungen, Erfahrungen und Stimmen der Heiler, die diese Zeit geprägt haben, und über das, was geschieht, wenn Menschen sich aufeinander einlassen und gemeinsam wirken.
Ankunft auf der Insel
Schon mit dem ersten Schritt auf sri-lankischen Boden war spürbar, dass diese Reise anders beginnen würde. Es war ein stilles, weites Gefühl, als würde die Insel selbst einen empfangen. Eine Heilerin sagte später:
„Als ich die Insel betreten habe, habe ich sofort gespürt, dass hier eine ganz andere Energie ist.
Überall ist es Grün, es gibt viel Wasser, viel Licht, eine tragende Üppigkeit. Viele erzählten davon, wie sie schon in den ersten Stunden das Gefühl hatten, zu entschleunigen, tiefer zu atmen, anzukommen.
Jetwing Lagoon Hotel – Landen, Loslassen, Sammeln
Die ersten Tage verbrachten wir im Jetwing-Laggon Wellness, einem Ort, der für viele mehr war als ein Hotel. Ayurveda-Massagen, der 100 Meter lange Pool, warmes Wasser, Nachtbaden im Mondlicht und diese besondere Ruhe ließen Körper und Geist nach der Reise zusammenfinden. Hier haben wir unseren Jetlag überwunden. Eine Teilnehmerin erzählte, sie sei mit einem zerspringenden Kopf aus dem Flugzeug gestiegen und habe dort das Gefühl gehabt, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, fast wie in einer Reha. Eine andere sagte: „Ich habe das als puren Luxus erlebt und gleichzeitig hat es sich genau richtig angefühlt für das, was wir vorhatten.“
Beim ersten Briefing wurden die Liegen eingeteilt, Startnummern verteilt, Paare zusammengestellt. Verantwortung bekam plötzlich einen konkreten Platz, jetzt wurde es ernst. Als jemand hörte: Du hast jetzt bei Liege zehn den Hut auf, wurde es kurz still in ihrem Inneren: „Ich dachte nur: Oha!“ Doch sie nahm die Herausforderung an. Als wir dann Wasserbälle mit der Aufschrift Healers Beyond Boundaries verteilten, kam für sie die Leichtigkeit zurück. Im Pool wurde dann gespielt und gelacht, Erwachsene wurden wieder kindlich, und genau dort begann etwas abzufallen, das niemand bewusst mitgebracht hatte.
Aufbruch ins Landesinnere
Dann kam der Moment des Aufbruchs. Der Bus wurde beladen, das Banner: ÉCOLE SAN ESPRIT – International School of Healing Arts – wurde auf den Bus geklebt, die Liegen verstaut, das Gepäck verladen, und gemeinsam fuhren wir ins Landesinnere nach Mahiyanganaya. Die Fahrt selbst war bereits Teil der Reise. Wir sahen aus dem Fenster, führten Gespräche, dachten vor uns hin und hatten das Gefühl, gemeinsam unterwegs zu etwas ganz besonderem Unterwegs zu sein. Bei der Ankunft in unserem Hotel im Landesinneren wurden wir mit Lotusblumen empfangen, eine schöne Geste, die viele tief berührte.
Die ersten Heiltage – Vertrauen entsteht
Die ersten Heiltage begannen zunächst untereinander. Die Heiler heilten Heiler. Schon hier zeigte sich, wie viel Ruhe und Sicherheit in der Gruppe vorhanden war. Als dann die ersten Menschen von außen kamen und sich auf die Liegen legten, geschah etwas sehr Tiefes: Sie vertrauten. Ohne viele Worte, ohne Erklärungen.
„Ich war am Anfang total kribbelig“, sagte eine Teilnehmerin, des Campus „nicht aus Stress, sondern aus Respekt.“
Doch das wandelte sich schnell.
„Ich habe aufgehört zu sehr im Kopf zu sein und ständig zu überlegen“, sagte ein Heiler, „ich habe einfach gemacht und es hat funktioniert.“
Mit jedem Tag wurde die Arbeit dichter. Menschen kamen mit Schmerzen, mit Einschränkungen, mit ihren Geschichten, und sie standen anders wieder auf. Eine Heilerin erzählte von einem Mann mit Herzrasen, der völlig aufgewühlt auf die Liege kam und ruhig, gesammelt, in sich ruhend wieder ging. Eine anderer berichtete von einer 84-jährigen Frau im Rollstuhl nach zwei Schlaganfällen und davon, wie ihm während der Behandlung bewusst wurde, dass er selbst vor Jahren einen Schlaganfall gehabt hatte.
„Ich hätte auch dort liegen können“, sagte er, „und ich sitze hier und heile, es geht mir gut – diese Erkenntnis und Dankbarkeit, das war für mich das größte Geschenk.“
Heilung, die sichtbar wird
Immer wieder gab es Momente, die sich einprägten.
„Die Frau hatte Schmerzen von den Schultern bis zu den Füßen“, sagte ein Heiler, „und dann steht sie auf, beugt sich nach vorne, kommt hoch und strahlt. Ich werde diesen Moment nie vergessen.“
Ein anderer sprach von einem Mann mit starkem Kopfdruck, dessen ganzer Körper gezittert hatte, bis der Schmerz verschwand. Er hatte zuerst ganz ernst fast schon furchterregend geschaut, aber dann, als die Schmerzen weg waren, war er ganz gelöst und hat sogar gelacht.
Besonders eindrücklich war eine Wundheilung, bei der mit einem Kristall gearbeitet wurde. Ruhig, zeichnend, geführt über der Wunde, und mehrere saßen dabei und sahen, wie sich die Struktur der Haut veränderte, wie sich die Oberfläche langsam schloss.
„Man konnte der Heilung zusehen“, sagte eine Heilerin, „und ich habe mir gedacht: Das möchte ich auch können. Ich freue mich schon auf das letzte Modul, in dem ich das lernen werde.“
Auch die Arbeit mit Kristallen an den Augen einer Hilfesuchenden blieb vielen im Gedächtnis.
„Die Frau hatte einen getrübten Blick“, schilderte eine Heilerin, „und nach der Behandlung machte sie die Augen auf und sagt: Ich sehe besser.“
Abende des Austauschs
Abends kamen wir zusammen. In den Austauschrunden wurde erzählt, was geschehen war. Viele sprachen davon, dass sie aufgehört hatten zu zweifeln, dass sie ruhiger geworden waren, souveräner, klarer.
„Ich habe meine Unsicherheit verloren“, sagte eine Heilerin.
Eine andere sagte:
„Ich fahre anders nach Hause, als ich gekommen bin.“
Begegnung mit den Adivasis
Die Tage bei den Adivasis in Henningala öffneten eine weitere Tiefe. Hier konnten wir nur vier Liegen aufstellen. Wir befanden uns in einer ganz einfachen Umgebung. Der Dorfhäuptling dieses Veddadorfes legte sich auf die Liege, stand auf und bewegte sich als hätte er gerade Fesseln abgelegt, dann lachte er und holte die nächsten aus dem Dorf, damit sie sich auch auf die Leiden legten. „Diese Einfachheit hat mich tief berührt“, sagte eine Teilnehmerin, „das war so stimmig.“
Natur, Tiere und Tempel
Zwischen den Heiltagen führten uns Ausflüge hinaus ins schöne Land. Die Safari mit den Elefanten wurde für viele zu einem Schlüsselerlebnis.
„Ich wollte erst nicht mitfahren“, erzählte eine Heilerin, „aber ich habe es nicht bereut – diese Tiere sind so groß und gleichzeitig so sanft.“
Tempelbesuche berührten viele sehr tief.
„Ich hatte noch nie Kontakt mit dem Buddhismus“, sagte jemand, „aber unter diesem Buddha zu sitzen, das hat mich tief bewegt.“

Abschied und Ausblick
Am letzten Morgen saßen wir gemeinsam am Pool, das Gesicht der Sonne zugewandt, wir sangen das Gayatri-Mantra und schauten der Sonne zu, wie sie über den Hügeln aufging. Über 460 Heilsitzungen lagen hinter uns, in Hotels, in der Stadt, bei Ureinwohnern und mitten in der Natur, getragen von einer Gruppe, die zu einer Familie geworden war.
Ein Arzt-Ehepaar sagte am Ende:
„Das war die Reise unseres Lebens.“
Und eine Heilerin brachte es auf den Punkt:
„Ich habe das Gefühl, ich bin endlich in mir selbst angekommen.“
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